Wer oder was ist Silke-Arp-Bricht?: Eine Selbstdarstellung aus fünf Perspektiven.

1. "Silke ist ein kleines Mädchen, das staunend in die Welt blickt und dessen interessierter Blick am verrutschten Detail hängen bleibt. Silke will nicht "hip" sein, und wie alle kleinen Mädchen weiß sie eigentlich gar nicht so richtig, was sie will, hat also kein beschreibbares Konzept .... Aber sie hat eine Idee, und diese Idee ist groß. Silkes Idee ist das Herumstöbem im eigenen Universum und das ist ein sehr interessantes Experiment. Und es sieht so aus, als ob es gelingt."
Aus: "Unsere Kleine Welt", von Michael Bruns

2. "DADA war (ist?) eine Lebenshaltung, ein Lebensgefühl, das absolut und uneingeschränkt 24 Stunden pro Tag für Kunst einstand. Fluxus griff DADA in den 60er Jahen wieder auf und bot auch Joseph Beuys die Möglichkeit, in seinem Schoß den erweiterten Kunstbegriff zu erproben und voranzutreiben, durch den sich jeder Mensch als Künstler erkennen und begreifen kann, um das Leben und die Gesellschaft zu gestalten. Silke Arp-Bricht ist ein Kellerclub, der dieses Gefühl mit neuem Leben auszufüllen vermag. Schon in der Namensgebung zeigt sich ein Bezug zum DADAisten
Hans Arp. [... ]" Aus: "My way", von Ullrich Gemand

3. "Seit mehreren Jahren ist der Club Bestandteil der hannoverschen Szene. Hier gibt es die irrwitzige Entgegnung auf die Kulturindustrie: Dilletantismus wird kultiviert, um jeder/jedem die Möglichkeit zu geben, sich auszudrücken. [... ] So 20 Leute, meist knapp unter 30 Jahren schmeißen den Laden, sechs bilden den "harten Kern". Die Trennung zwischen Gästen, Betreiberlnnen und Künstlerlnnen ist fließend. Heute Sängerin, morgen Gast, übermorgen vielleicht hinter der Theke. Durch das ständige Kommen und Gehen aktiver Leute im Umfeld schafft es "Silke" dem Trend immer eine Nasenlänge vorauszueilen. Auf Trend wird aber gar kein Wert gelegt: "Bad Taste" ist hier keine Mode, sondern Spiegel fehlender Sinngebung in einer entfremdeten Gesellschaft und nicht selten chronischer Finanznöte"
Aus: "Basta", von Barbara

4. "Daß Improvisation alles ist - eben aus dem, was gerade da ist, was zu machen bedarf wohl keiner großen Erklärung: Spontane Planung ist unser Vereinsname und die Hauptdirektive überhaupt. Journalisten, also Menschen, die darüber schreiben wollen, ist dieses einfache Prinzip oft nicht beizubiegen. Dabei ist doch ganz klar: Es gibt kein Kollektiv, wir alle sind das Kollektiv. Der König ist tot, es lebe der König, und nur wer bellt bekommt auch eine Wurst. Wer schreit, hat recht und in der Ruhe liegt die Kraft. Und wer macht, hat die Macht. Daß dieses Lust- und Launeding auch seine Tücken hat, soll nicht verschwiegen werden. Dennoch: Liebe ist Boss und wer das nicht kapiert sollte gehen bzw. gar nicht erst kommen."
Aus: "Kultur News", "Das ABC der Silke-ArpBricht"

5. "Und es passierte etwas Wunderbares: Die Kühle senkte meinen Blutdruck, ein junger Mensch stellte ohne Umstand Herrenhäuser in Flaschen vor mir auf, ich labte mich, und es wurde mir kommod und wohltemperiert ums Herz, und mein Gemüt sprach freundlich an auf die lustige Gruft und ihre Bewohner, und alles wendete sich zum Guten. Derweil im überirdischen Hannover, die Angestellten und sonstige Arschgesichter durch die Affenhitze und ihre satanischen Einkaufszeilen latschten. Hier unten aber saßen Icke und Olle Knusti und der ganze verfluchte sonstige, höchst integere Underground schön gemütlich auf bierfleckigen Polstermöbeln, prosteten einander tapfer zu und ließen die Arschgesichter oben Arschgesichter sein."
Aus: "Karrierekurier", von Thomas Kapielski


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